Der Besuch der Haupt- bzw. Realschule

Seit 1964 trägt die Hauptschule ihren Namen. In ihrem Ursprung nach entwickelte sie sich aus der Oberstufe der Volksschulen und sollte in jedem Fall einer umfangreichen Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung dienen.

Um das zu erreichen, sollten sich Hauptschulen vor allen Dingen an der Praxis orientieren. Mehr als alle anderen Schulformen sollten bestimmte Methoden zur Erreichung dieses Ziels führen.

Die Zahl der Schüler, die in Hauptschulen eingeschult werden, ist aber nicht sehr hoch und geht immer weiter zurück. Außerdem genießen Hauptschulen keinen besonders guten Ruf, da die Durchsetzung des eigentlichen Ziels nicht wirklich erreicht werden konnte. Stattdessen sind es heute meistens Kinder aus sozial schwachen und nicht deutschsprachigen Familien, die diese Schulen besuchen. Den Hauptschulen wird kein besonders hohes Bildungsniveau zugesprochen.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die neuen Bundesländer erst gar keine Hauptschulen in ihr Bildungssystem aufgenommen haben. Hier gibt es keine Schulen, die diese Bezeichnung tragen. Stattdessen können die Kinder hier, wie auch in einigen anderen alten Bundesländern, die Realschule besuchen. Häufig sind vor allen Dingen in den alten Bundesländern inzwischen auch Haupt- und Realschulen zusammengefasst.

Die Realschulen genießen einen weitaus besseren Ruf und werden diesem auch in vollem Umfang gerecht. Früher waren es eher die gut situierten Familien, die ihre Kinder an solche Schulen schickten. Heute stehen Realschulen allen offen. Die Schüler, die diese Bildungseinrichtungen besuchen, verfügen über eine erweiterte Allgemeinbildung und damit wird dem eigentlichen Zweck der Realschule nach der höheren Qualifizierung der Schulabgänger voll und ganz entsprochen. Das wirkt sich in jedem Fall auch positiv auf eine anschließende Berufsausbildung aus.

Nicht zuletzt sind die Möglichkeiten, die sich den Abgängern der Realschulen für den weiteren Bildungsweg offen tun, recht umfangreich. Die so genannte mittlere Reife oder der Realschulabschluss verschafft nicht nur Zugang zu allen möglichen Ausbildungsberufen, sondern auch zu Fachoberschulen oder Fachgymnasien.

Der Abschluss der Hauptschule findet zum Ende der 9. Klasse statt und umfasst in der Regel nur eine Fremdsprache, nämlich Englisch. Geht dieser mit einer Prüfung einher, wird von einem qualifizierten Hauptschulabschluss gesprochen. Als Realschulabschluss zählt die erfolgreiche Prüfung nach der 10. Klasse, wobei hier eine zweite Fremdsprache mit aufgenommen wird, die die Schüler in Abhängigkeit vom jeweiligen Angebot der Schule wählen können.

In den letzten Jahren der Hauptschule und Realschule erfolgt bereits eine fachliche Orientierung durch die Wahl bestimmter Profile. Diese umfassen eine wirtschaftliche, eine naturwissenschaftliche und eine sprachliche Ausrichtung.