Das Gymnasium als möglicher Bildungsweg

Alle Schulen, deren Abschlüsse zur allgemeinen Hochschulreife führen, werden seit etwa fünfzig Jahren als Gymnasien bezeichnet. Für den Besuch an Universitäten ist bekanntlich dieser spezielle Abschluss erforderlich. Erst, wenn dieser erfolgreich erlangt wurde, kann eine Bewerbung an einer der weiterführenden Schulen erfolgen. Ein besonders guter Notendurchschnitt erspart meist die in einigen Fachrichtungen anzutreffenden Wartezeiten, die dann wegfallen, wenn ein so genannter Numerus Klausus erreicht wird.

Mit den Gymnasien wird sowohl der Bereich Sekundarstufe I als auch der Bereich Sekundarstufe II abgedeckt. Jedoch ist es z.B. in Bayern seit nicht allzu langer Zeit möglich, die allgemeine Hochschulreife zu erreichen, indem nicht der Weg über das Gymnasium, sondern über die Berufsoberschule gewählt wird.

Noch vor knapp zwanzig Jahren lernten mehr Schüler der Sekundarstufe I in Haupt- oder Realschulen als an Gymnasien. Das hat sich geändert und genau die umgekehrte Situation liegt seitdem in Deutschland vor. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Gymnasium selbst der schnellste und direkteste Weg ist, um das Abitur zu erlangen. Mit dem Abitur in der Tasche sind nahezu alle Wege offen. Es gibt keinerlei Einschränkungen, wenn der Schüler mit dem Abiturzeugnis in der Hand zwischen jeder Art von Berufsausbildung, Fachhochschul- oder Hochschulstudium wählen möchte.

Werden die Bestandteile des Gymnasiums einmal genauer betrachtet, stellt sich schnell heraus, dass an diesen Schulen grundsätzlich zwei Fremdsprachen erlernt werden müssen. Wer bis zum Besuch des Gymnasiums noch keine zweite Fremdsprache aufweisen kann, der muss ein derartiges Unterrichtsfach mit dem ersten Tage an zusätzlich besuchen und die zweite Fremdsprache erlernen. Nur unter dieser Voraussetzung werden der Besuch des Gymnasiums und der anschließende Erhalt des Abiturs überhaupt erst möglich.

Außerdem hat ein Gymnasiums immer auch einen selektiven Charakter. Wer ungenügende Leistungen erbringt und den Anforderungen nicht gerecht wird, dem wird ein anderer Bildungsweg an einer anderen Einrichtung nahe gelegt. Die Leistungen werden aus diesem Grund einer ständigen Überprüfung unterzogen.

Der Wechsel auf ein Gymnasium erfolgt entweder durch die entsprechende Bildungsempfehlung der Grundschule oder im Verlaufe der weiteren Schuljahre. Bei einem späteren Wechsel kann es in einigen Bundesländern sein, dass man ein Schuljahr wiederholen muss, weil die Lerninhalte beginnend mit der Klasse 8 nicht mehr mit der Realschule überein stimmen. Am Gymnasium erfolgt eine ähnliche Profilwahl wie bei der Realschule beispielsweise in Richtung Wirtschaft, Naturwissenschaften oder Sprachen.