Nach der Vorschule folgt die Grundschule

Bereits im Jahr 1920, also vor fast neunzig Jahren, wurde festgelegt, dass die Grundschule, die innerhalb der Volksschulen absolviert wurde, mindestens eine Dauer von vier Jahren haben muss. Damit wurde gleichzeitig die Grundschule zu einem obligatorischen Abschnitt der Schulzeit erklärt, der für alle verbindlich ist.

Was den Zeitraum angeht, der die Grundschule umfasst, haben sich allerdings im Laufe der Jahre Unterschiede heraus kristallisiert. Die einzelnen Bundesländer in Deutschland können auch unterschiedliche Zeitspannen für den Besuch der Kinder in der Grundschule vorsehen. So besteht zwar in den meisten Ländern tatsächlich die vierjährige Grundschulpflicht, aber in einigen Ländern wurde dieser Schulbereich auf sechs Jahre erweitert. Das betrifft Brandenburg und Berlin. Die Kinder wechseln an diesen Schulen erst mit der siebenten Klasse in die nächste Stufe des deutschen Bildungssystems.

Die Grundschule, in Deutschland auch als Primarstufe bezeichnet, beginnt in der Regel etwa mit dem sechsten Lebensjahr des Kindes, sofern keine gesonderten Regelungen zum Tragen kommen und auf die jeweilige Situation angewendet werden müssen, so dass das Kind zu einem späteren Zeitpunkt eingeschult wird.

Die Grundschule soll, nach dem Besuch der Vorschule, einen gewissen Grundstein für den späteren Bildungsweg legen. Diese vier oder sechs Jahre werden genutzt, um die Neigungen und Fähigkeiten der Kinder zu erkennen, um den richtigen, weiterführenden Weg zu finden, um eine optimale Förderung zu erzielen. Für die positive Weiterentwicklung der Kinder ist es wichtig, dass sie nicht zu früh mit "gut" oder "schlecht" bewertet werden. Negative Erfahrungen bleiben den Kindern überall in den ersten zwei Jahren erspart, da in dieser Zeit noch keine Benotung erfolgt. Damit werden allerdings auch weniger positive Effekte erzielt. Manche Schulen verlängern diese Frist sogar noch.

Der Besuch der Grundschule dient also im weitesten Sinne dazu, die Fähigkeiten der einzelnen Kinder zu erkennen und durch gezielte Maßnahmen zu fördern. Mit der Beendigung dieses Schulabschnittes nach vier bzw. sechs Schuljahren, erfolgt ein reibungsloser Übergang in die nächsten Sekundarstufen. Dieser Schulabschnitt kann in Ausnahmefällen auch verkürzt werden, wenn es sich beispielsweise um ein hoch begabtes Kind handelt, das vom Wissen und den Fähigkeiten her in der Lage ist, einzelne Klassen überspringen zu können, was in Deutschland durchaus möglich ist.